Wann braucht mein Kind eine Psychotherapie? Manchmal merken Eltern, dass sich ihr Kind verändert. Es zieht sich zurück, wirkt häufig traurig oder ängstlich, hat plötzlich Schwierigkeiten in der Schule oder reagiert deutlich anders als früher. Oft stellt sich dann die Frage: Braucht mein Kind professionelle Unterstützung – oder ist das nur eine schwierige Phase, ist es die Pubertät? Nicht jede seelische Belastung bedeutet, dass eine Psychotherapie notwendig ist. Wenn Beschwerden jedoch über längere Zeit bestehen, den Alltag des Kindes oder Jugendlichen deutlich beeinträchtigen oder die Familie zunehmend belasten, kann es sinnvoll sein, sich fachlich beraten zu lassen. In meiner Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Bielefeld können wir gemeinsam klären, ob eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist und welche Unterstützung Ihr Kind benötigt.
Woran können Eltern erkennen, dass ihr Kind Unterstützung braucht? Psychische Belastungen können sich bei Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich zeigen. Manche Jugendlichen sprechen offen darüber, dass es ihnen nicht gut geht. Andere können ihre Gefühle noch nicht gut beschreiben und zeigen ihre Belastung eher durch ihr Verhalten.
Mögliche Anzeichen können beispielsweise sein: ● anhaltende Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit ● ausgeprägte Ängste oder Sorgen ● häufige Bauch- oder Kopfschmerzen ohne ausreichende körperliche Erklärung ● deutlicher Rückzug von Familie oder Freunden ● starke Stimmungsschwankungen oder ungewöhnliche Reizbarkeit ● Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen ● zunehmende Probleme in der Schule ● Schulangst oder wiederholte Verweigerung des Schulbesuchs ● Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern oder Jugendlichen ● stark vermindertes Selbstvertrauen ● auffällige Veränderungen des Essverhaltens ● wiederkehrende Konflikte zu Hause, die sich kaum noch lösen lassen ● ein Verhalten, das Eltern deutlich verunsichert oder Sorgen bereitet Ein einzelnes dieser Anzeichen bedeutet noch nicht automatisch, dass eine Psychotherapie erforderlich ist. Entscheidend sind unter anderem Dauer, Stärke und Auswirkungen der Beschwerden.
Wann sollte ich genauer hinschauen? Vorübergehende schwierige Phasen gehören zur Entwicklung dazu. Kinder und Jugendliche müssen immer wieder Veränderungen und Belastungen bewältigen – beispielsweise einen Schulwechsel, Konflikte mit Freunden, Trennungen oder andere einschneidende Ereignisse. Wenn sich Schwierigkeiten jedoch über längere Zeit halten oder immer stärker werden, sollte man genauer hinschauen. Besonders wichtig ist die Frage: Leidet mein Kind darunter – und beeinträchtigt es sein Leben? Wenn Ängste dazu führen, dass ein Kind bestimmte Situationen vermeidet, wenn es sich zunehmend zurückzieht, nicht mehr zur Schule gehen möchte oder seine bisherigen Interessen verliert, kann eine fachliche Einschätzung hilfreich sein. Auch wenn Sie als Eltern das Gefühl haben, mit Ihren bisherigen Lösungsversuchen nicht mehr weiterzukommen, dürfen Sie sich Unterstützung holen.
Ein Schwerpunkt meiner psychotherapeutischen Arbeit ist die Behandlung von Essstörungen. Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen – wann wird es problematisch? Essen ist mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es hat mit Entwicklung, Körpergefühl, Emotionen und oft auch mit Kontrolle und Selbstwert zu tun. Bei Kindern und Jugendlichen kann sich das Essverhalten in der Pubertät oder in belastenden Lebensphasen verändern. Nicht jede Veränderung ist gleich eine Essstörung. Manchmal entwickeln sich jedoch Verhaltensweisen, die gesundheitlich oder psychisch sehr belastend werden. Dann stellt sich für Eltern – und manchmal auch für Betroffene selbst – die Frage: Ab wann ist es eine Essstörung und wann sollte man Hilfe holen? In meiner Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Bielefeld schauen wir gemeinsam behutsam darauf, was hinter dem Essverhalten steckt und welche Unterstützung sinnvoll ist.
Welche Formen von Essstörungen gibt es? Essstörungen können sich unterschiedlich zeigen. Häufige Formen im Kindes- und Jugendalter sind: ● Anorexie nervosa („Magersucht“) stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme mit deutlichem Gewichtsverlust, Körperschemastörung... ● Bulimia nervosa (Bulimie) wiederkehrende Essanfälle mit anschließendem kompensatorischem, gegenregulierendem Verhalten (z. B. Erbrechen, Fasten), Angst vor einer Gewichtszunahme ● Binge-Eating-Störung wiederkehrende Essanfälle ohne kompensatorisches Verhalten ● sonstige oder unspezifische Essstörungen (Orthorexie, Anorexia athletica, Sportanorexie...) auffälliges Essverhalten, das nicht eindeutig einer klassischen Diagnose entspricht, aber dennoch belastend ist
Woran können Eltern eine mögliche Essstörung erkennen? Essstörungen entwickeln sich oft schleichend. Mögliche Anzeichen können sein: ● starkes Beschäftigen mit Essen, Kalorien oder Gewicht ● ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme ● häufiges Auslassen von Mahlzeiten ● sehr restriktives Essverhalten oder strenge Regeln beim Essen ● heimliches Essen oder Essanfälle ● Rückzug nach dem Essen (z. B. direktes Aufsuchen des Badezimmers) ● starke Stimmungsschwankungen ● körperliche Veränderungen (z. B. Gewichtsverlust, Müdigkeit, Kreislaufprobleme) ● Vermeidung gemeinsamer Mahlzeiten ● übermäßiger Sport als Ausgleichsverhalten Wichtig ist: Nicht jedes einzelne Verhalten bedeutet automatisch eine Essstörung. Entscheidend ist das Gesamtbild und die Entwicklung über die Zeit.
Muss mein Kind selbst sagen, dass es eine Therapie möchte? Häufig sind es zunächst die Eltern, die Veränderungen bemerken und sich fragen, ob professionelle Unterstützung sinnvoll wäre. In der psychotherapeutischen Sprechstunde können wir zunächst gemeinsam betrachten, was Sie beobachten und welche Sorgen Sie haben. Dabei lässt sich klären, ob eine Psychotherapie angezeigt ist oder ob zunächst andere Hilfen sinnvoller sind.
Was passiert bei der psychotherapeutischen Sprechstunde? Die psychotherapeutische Sprechstunde dient zunächst der Abklärung. Wir schauen gemeinsam darauf, ● welche Schwierigkeiten bestehen, ● seit wann sie auftreten, ● wie stark Ihr Kind dadurch beeinträchtigt ist, ● welche bisherigen Lösungsversuche es gegeben hat und ● welche Unterstützung sinnvoll sein könnte. Dabei geht es nicht darum, sofort eine Therapieentscheidung treffen zu müssen. Sie können sich zunächst ein Bild davon machen, ob mein therapeutisches Angebot zu Ihrem Kind und zu Ihrer Situation passt.
Wie läuft eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ab? Wenn sich im Rahmen der Sprechstunde zeigt, dass eine Psychotherapie sinnvoll ist, wird gemeinsam über das weitere Vorgehen gesprochen. Die Behandlung orientiert sich dabei immer an den individuellen Bedürfnissen des Kindes oder Jugendlichen. Je nach Alter und Situation können Gespräche mit dem Kind oder Jugendlichen, Gespräche mit den Eltern und gemeinsame Termine miteinander verbunden werden. Ein wichtiger Bestandteil ist, gemeinsam zu verstehen, was die aktuellen Schwierigkeiten aufrechterhält und was konkret verändert werden kann. In meiner Praxis liegt ein Schwerpunkt auf Verhaltenstherapie. Je nach Situation können außerdem Elemente der Gesprächspsychotherapie und – wenn es zur Behandlungssituation passt – tiergestützte Ansätze einbezogen werden. Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, wird individuell besprochen.
Was können Eltern tun, wenn sie unsicher sind? Sie müssen nicht bereits wissen, ob Ihr Kind tatsächlich eine psychische Erkrankung hat. Wenn Sie sich Sorgen machen und nicht einschätzen können, ob eine professionelle Unterstützung notwendig ist, kann eine psychotherapeutische Sprechstunde ein guter erster Schritt sein. Sie kennen Ihr Kind am besten. Wenn Sie eine deutliche und anhaltende Veränderung wahrnehmen und das Gefühl haben, dass Ihr Kind alleine nicht wieder aus dieser Situation herausfindet, nehmen Sie Ihre Sorge ernst.
Psychotherapeutische Sprechstunde in Bielefeld In meiner Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Bielefeld biete ich psychotherapeutische Sprechstunden für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr an. In einem ersten Gespräch können wir gemeinsam klären, wie die aktuelle Situation einzuschätzen ist und welche Unterstützung sinnvoll sein könnte. Weitere Informationen zur psychotherapeutischen Sprechstunde und zur Terminvereinbarung finden Sie auf der entsprechenden Praxis-Seite. Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Guhra in Bielefeld